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Die Sterne lügen – nicht?

„Ihre Glücksphase hält weiter an, in der Liebe werden Ihnen schöne Stunden beschieden sein“ – so oder so ähnlich ist es allwöchentlich in Zeitungen und Zeitschriften zu lesen. Zwölfmal zwei, drei Sätze sind es, die scheinbar über Wohl oder Wehe, Gut und Böse, Krankheit oder Wohlbefinden, Liebe oder Leid entscheiden. Die Sterne sagen es voraus, ob wir diese Woche im Lotto gewinnen, eine glückliche Beziehung anknüpfen oder bei unserem Chef einmal auf den Tisch hauen sollten.

Bis in die frühe Geschichte der Menschheit lassen sich die Versuche zurückverfolgen, das Schicksal mit dem Stand der Gestirne in Verbindung zu bringen. In allen Kulturen der Welt haben Forscher und Laien versucht, deren Einfluss auf das menschliche Dasein nachzuweisen. Sternendeuter gehörten zum Hofstaat von Herrschern und wurden immer dann zurate gezogen, wenn große Entscheidungen anstanden. Auch Wallenstein hatte seinen Seni, der ihm die rechte Stunde voraussagen sollte – und hat dann doch den richttigen Augenblick verpasst.

Die Sterngucker haben es wohl verstanden, ihre Kunst zu kultivieren, ja gar als Wissenschaft zu verkaufen, wenn auch die Naturwissenschaften bis heute in keinem einzigen Fall die Einwirkung der Gestirne auf das menschliche Schicksal bestätigen konnten.

Inzwischen hat bei den Damen und Herren Astrologen längst moderne Technik Einzug gehalten. Statt mühsam eigene Berechnungen anzustellen, können sie die Dienste von Kollege Computer in Anspruch nehmen. Er entwirft ihnen nach einer geheimnisvollen Formel – sprich Zufallsprinzip – allwöchentlich die ach so bedeutsamen kleinen Sentenzen über Liebe, Geld und Karriere, an die angeblich keiner glaubt und dennoch jeder liest. Wie sagte doch vor Jahren einmal ein guter Bekannter: „Ich les doch kä Horoskop – außer, es schteht ebbes Gudes drin!“

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