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Ordnung muss sein

Problemmüll

Ihr Umweltbewusstsein können die Bürger hierzulande immer mal wieder unter Beweis stellen, sei es, dass sie sich bei der Aktion ,,Rhinecleanup“ beteiligen – früher hieß dies schlicht und allgemeinverständlich Dreckwegtag – sei es, dass sie das Angebot nutzen und schädliche Abfälle bei der städtischen Problemstoffannahme entsorgen.

Das ist dann der richtige Zeitpunkt, um endlich einmal im Arzneischrank Ordnung zu machen. Auch hier sammelt sich im Laufe der Zeit allerhand an, was nach längerer Lagerung mehr schadet als nützt.

So wurde auch bei uns das Gebot der Stunde genutzt und den Dosen und Tuben, Fläschchen und Pillenschachteln zu Leibe gerückt. Der Hustensaft für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr konnte ebenso ausrangiert werden wie das Puder zur Behandlung von Windpocken, die wir seit Jahrzehnten überstanden haben. Auch die zerknitterte Tube, in der sich wohl früher eine Salbe befunden hatte, die sich jetzt allerdings nur noch mühsam in Bröckchen herausdrücken ließ, wanderte in die Tüte für den Problemmüll, ebenso der Zwei-Komponenten-Kleber, der aus unerfindlichen Gründen im Arzneischrank gelandet war, und ein paar lose bunte Pillen, deren Herkunft und Zweck beim besten Willen niemand mehr ausmachen konnte.

Während sich die gelbe Kamillen-Salbe als noch durchaus verwertbar erwies, gab der ähnlich gefärbte Inhalt einer anderen Tube Rätsel auf. Sein stechender Geruch machte mich misstrauisch, und ich versuchte, die schon ziemlich abgeblätterte Schrift der aufgerollten Tube zu entziffern. ,,Duna mustar“ stand da zu lesen – was das wohl bedeuten mochte ? Eine kurze Nachfrage im mit einer Vielzahl von Fremdsprachen vertrauten Freundeskreis gab Aufschluss: Es handelte sich um eine Tube Senf, Überbleibsel aus dem letzten Ungarn-Urlaub. Es geht eben nichts über Ordnung im Haushalt.